Zusammenfassung:
Ziel dieser Maturaarbeit war es, herauszufinden, wie gut mithilfe von Indizien im Gletschervorfeld Rückschlüsse auf die Rückzugsstände des Gletschers gezogen werden können. Dabei wurde eine Feldarbeit im Chelengletschervorfeld, Uri, durchgeführt, wobei Moränen erfasst sowie pH-Wert, Vegetationsdichte und Pflanzen von 25 Standorten à 1 m2 Fläche bestimmt wurden.
Pionierpflanzen wie Alpen-Rispengras, Weiden und Schild-Ampfer werden mit Literatur verglichen, wobei festgestellt wird, dass z. T. grosse Unterschiede von Vorfeld zu Vorfeld herrschen.
Die Vegetationsdichte nimmt entlang der Chronosequenz zu, wobei sie bei nur wenige Jahre eisfreien Standorten geschätzt 0 % entspricht und am unteren Ende des rezenten Vorfeldes bei bis zu 170 Jahre eisfreien Standorten ~100 % erreicht.
Der höchste pH-Wert im rezenten Vorfeld wurde mit 6,59 gemessen, der tiefste mit 4,59. Eine theoretische Abnahme des pH-Wertes pro Jahr entspricht 0,013.
Würdigung:
Björn Elsener arbeitete mit einem klaren physisch-geographischen Fokus und einem hohen Anspruch an wissenschaftliche Genauigkeit.
Die Messungen der pH-Werte, die Erfassung der Moränenstände mittels Survey und die Bestimmung der Pflanzen wurden methodisch durchdacht geplant, systematisch umgesetzt und kritisch reflektiert. Die Arbeit zeigt ein differenziertes Verständnis für Messunsicherheiten, Störeinflüsse und die Aussagekraft der erhobenen Daten. Die Resultate werden nachvollziehbar dokumentiert und fachlich korrekt eingeordnet.
Insgesamt geht diese Maturaarbeit deutlich über die üblichen Anforderungen hinaus und zeugt von grosser Selbstständigkeit, ausgeprägtem wissenschaftlichem Denken und hoher methodischer Reife.