Zusammenfassung:
Sari Suparna hat ihre ersten acht Lebensjahre in Bali verbracht und setzt sich in ihrer Maturarbeit fotografisch mit einer temporären Rückkehr und den dort sehr präsenten Opferritualen auseinander. Im Verlauf der Maturaarbeit erfolgreich in Kameratechnik, Komposition und Motivfindung geübt und konnte so in Bali zielgerichtet arbeiten. In Saris Arbeitsbuch ist sehr schön nachzuverfolgen, wie sich ihre Bilder von anfänglich etwas gewöhnlichen Bildern zu eigenwilligen und wirkungsvollen Fotografien entwickeln.
Auch Saris schriftliche Arbeit zeugt von grosser Eigeninitiative. Ausgehend von einer Malerei, die die balinesischen Opfergaben zeigt und schon länger im Besitz ihrer Familie ist, analysiert sie die Unterschiede in der malerischen wie fotografischen Darstellung und setzt sich ausserdem mit den Bildern eines auf Bali lebenden Schweizer Fotografen auseinander.
Würdigung:
Saris Fotografien sind in einem sorgfältig gestalteten Buch festgehalten und sowohl technisch, kompositorisch und inhaltlich von hoher Qualität. Sie erzählen von kleinen alltäglichen Szenerien wie der Segnung eines neuen Motorrades bis hin zur einer Verbrennungszeremonie als letzte Ehre für eine gestorbene Person. Besonders spannend sind die Bilder, in denen sich Tradition mit Hinweisen auf die zeitgenössische Lebensrealität vermischt.
Ein besonders bemerkenswerter Teil von Saris Arbeit ist ihr Prozessbuch. Darin analysiert und reflektiert Sari eigene und fremde Fotografien, so hat sie ihr fotografisches Auge im Verlauf der Arbeit geschult und sich darin geübt, an Anlässen als Fotografin eine aktive Rolle einzunehmen.