Zusammenfassung:
Die Maturaarbeit von Laura Grüter untersucht die Entwicklung der Berufsintegration von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit in der Schweiz im Zeitraum von 2004 bis 2025. Im Zentrum steht folgende Fragestellung: «Wie hat sich die Berufsintegration von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit in der Schweiz verändert und was sollte noch erreicht werden?».
Die Arbeit verbindet einen historisch-theoretischen Zugang mit drei ausführlichen Erfahrungsberichten von Betroffenen. Die Leitfrage wird schlüssig beantwortet, insbesondere durch die vergleichende Analyse der persönlichen Perspektiven zu Ausbildung, Arbeitsmarkt, aktueller Situation und Zukunft der drei Betroffenen. Die Arbeit ist klar strukturiert und sprachlich präzise verfasst. Methodisch überzeugt sie durch eigenständig geplante und durchgeführte Interviews. Die Arbeit zeigt fundiertes Fachwissen, reflektiert und differenziert Begriffe wie Integration und Inklusion und stellt historische Entwicklungen anschaulich dar.
Würdigung:
Laura hat eine inhaltlich und methodisch überzeugende Maturaarbeit vorgelegt. Die Interviews und deren Auswertung verleihen der Arbeit Tiefe und Praxisbezug. Laura zeigt auf, dass trotz bestehender Fortschritte weiterhin Handlungsbedarf bezüglich der Berufsintegration von Menschen mit einer Sehbehinderung oder Blindheit besteht, und macht deutlich, dass die Verantwortung dafür auch bei Politik, Gesellschaft und Wirtschaft liegt. Dadurch gewinnt die Arbeit über den schulischen Kontext hinaus an Relevanz und leistet einen Beitrag zu Chancengleichheit und Teilhabe. Insgesamt belegt die Arbeit ein hohes Mass an Engagement, Fachverständnis und Reflexionsfähigkeit.