Projekt „Fokus Maturaarbeit“ fokusmaturaarbeit.lu. ch

Arnold Maja

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Titel der Maturaarbeit:
Nur ein paar Wochen. Erzählung
 
Schule:
Kantonsschule Alpenquai Luzern

Betreuer/-in:
Abgottspon Odilo

Kategorie:
Geisteswissenschaften, Literatur, Linguistik

Poster:
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Zusammenfassung:
Maja Arnold schreibt auf mehr als 100 Seiten eine Erzählung über eine Frau, die im Frühjahr 1991 die Aufnahmeprüfung für das Medizinstudium in Sarajewo bestanden hat und mit Freunden euphorisch auf die Arbeit an der Uni wartet. Friedliche Wochen mit Konzerten folgen, bis eines Tages Heckenschützen wahllos auf Menschen schiessen und innert weniger Tage diesen Frieden radikal zerstören. Die Protagonistin kann zwar mit dem letzten Bus aus Sarajewo fliehen und Österreichs Grenze unversehrt passieren, doch sie verliert ihre Welt, ihre Familie und Freunde, Sprache und Heimat,. In diese beklemmende Geschichte sind historische Exkurse eingefügt zur Geschichte Jugoslawiens und zu wichtigen Ereignissen im Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina. Die Erzählung endet nach dem Krieg mit einer Reise der Protagonistin in ihre Heimat und zum Grab ihres Vaters.

Würdigung:
Maja Arnold ist es gelungen, diesen ethnisch-politischen Bürgerkrieg an einem Einzelschicksal darzustellen - in raffinierter Verbindung mit historischen Fakten; so erweist sich die Geschichte als eine ausgewogene Verbindung von Subjektivem und Faktischem. Die Protagonistin lebt im sicheren Südtirol, schreibt von ihrer Gegenwart und zugleich besteht das Wesentliche aus Erinnerungen, aus Angst und Hoffnung; auch hier schafft die Autorin eine elegante Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, die sich literarisch durchdringen; dies ergibt einen überzeugenden Erzählerstandpunkt und eine spannende Erzählweise. Schliesslich verfügt Maja über Schreibkompetenzen, die das Lesen der Geschichte zum reinen Vergnügen machen. 
Maja Arnold erinnert mit ihrer Arbeit an die letzten grausamen Kriege in Westeuropa, die nicht vergessen werden dürfen, die wir in Westeuropa aber gerne verdrängen, haben wir doch viel zu lange tatenlos zugesehen. Bewusst wird dem Leser / der Leserin auch, dass diese ethnischen Probleme im zerfallenen Jugoslawien keinesfalls überwunden sind.
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